Veränderung – schnell oder langsam?

„Mit Schüchternheit ist das aber nix mehr mit dir“, sagte meine Schwester.

Diesen Satz erzählte mir eine Patientin, als wir über das Thema Veränderung sprachen. Vor einigen Jahren kam sie zu mir als schüchterne graue Maus (ihr Ausdruck!). In der Zwischenzeit haben wir viele ihrer Themen sanft, aber nachhaltig bearbeitet und sie entwickelte sich mehr und mehr zu einer selbstbewussten und lebenslustigen Frau.

Die meisten Menschen haben Angst vor Veränderung. Denn wir  wissen, was wir haben und lernten damit umzugehen. Doch wir wissen nicht, was uns nach der Veränderung begegnen wird und wie es sich anfühlt.

Die meisten kranken Menschen wollen ganz schnell gesund werden und sind bereit, dafür auch massiv wirkende Medikamente einzunehmen. Diese verändern aber nichts an der Ursache, die zu der Erkrankung führte, ganz abgesehen von unangenehmen Nebenwirkungen. Grundlegende, schnell wirkende Veränderungen im Inneren, die zu einer körperlichen Genesung führen können, sind  oft nicht sehr sanft. Sanft und sofort wirkend ist sehr selten.

In meiner Arbeit ziele ich gerne auf eine sanfte Veränderung ab, die sich so einstellt, dass es die Patienten oft gar nicht bemerken. Erst in bestimmten Situationen, z.B. wenn sich  das Umfeld  verwundert über die Veränderung äußert, stellen sie  die Veränderung an sich fest . Dies sind die gelungensten Arbeiten!

Meines Erachtens ist es überhaupt nicht erstrebenswert, schnelle, heftige Veränderungen zu veranlassen. Oft erkennt sich die Person dann  selbst nicht mehr wieder.
Mit den von mir verwendeten Techniken ist es fast immer möglich, zügige und sanfte Veränderungen mit einem anhaltenden Wohlgefühl für den Patienten herbeizuführen.